Interessante Artikel rund um Aus- und Weiterbildung

Arbeitsbedingungen

Arbeitsbedingungen

Was gibt es zu beachten?

Arbeite ich lieber in einem Büro oder möchte ich doch lieber in eine Werkstatt? Wie fände ich Betriebsreisen – lässt es sich mit meinen Familienplänen in der Zukunft vereinen? Bin ich abends lieber zu Hause oder mache ich auch gerne mal eine Spätschicht? Es gibt viele Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du deinen Ausbildungsplatz oder deinen Studiengang wählst. Zuerst zeigen wir dir noch ein paar Themen, zu denen du dir im Vorfeld schon einmal Gedanken machen kannst:
  • Möchtest du ein Produkt herstellen?
    Du kannst dich entscheiden, ob du eher Dienstleistungen erbringen möchtest oder ob du es bevorzugst, Produkte herzustellen. Dienstleistungen können erbracht werden, ohne dass neue Produkte entstehen. Wenn du Produkte erstellst, hast du am Ende ein fertiges Ergebnis in den Händen.
  • Möchtest du viel Kontakt mit Menschen haben?
    Fast in jedem Job hat man Kontakt mit Menschen – in einigen Arbeitsumfeldern (Gastronomie oder Einzelhandel) hat man jedoch intensiveren Kontakt. Nicht jeder mag es, stets freundlich und serviceorientiert zu sein und sich auf Menschen in jeder Gemütslage einzulassen. Manche Menschen lieben es wiederum, verschiedene Arten von Personen kennenzulernen und mit ihnen im Austausch zu stehen.
  • Möchtest du häufig etwas Neues machen?
    Bist du eher Routine-Mensch oder magst du Abwechslung? Neue Herausforderungen und Abwechslung fordern dich im Job, können aber auch Druck verursachen. Routine könnte langweilig werden, birgt aber auch Sicherheit.
  • Möchtest du zwischendurch den Arbeitsort wechseln?
    In bestimmten Berufen ist es gängig, den Arbeitsort nach einigen Jahren oder sogar Monaten zu wechseln. In einigen Fällen wird dieser Wechsel vom Arbeitgeber erwartet oder zumindest begrüßt. Ein Ortswechsel bietet oft die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung, geht jedoch gleichzeitig mit dem Verlassen von Freunden und einem vertrauten Umfeld einher. Dieser Wechsel kann bedeuten, innerhalb des Landes umzuziehen oder ins Ausland zu gehen.
  •  Möchtest du in einem großen Unternehmen arbeiten?
    In einem großen Unternehmen hast du meist mehr Aufstiegschancen und oft bessere Benefits. Oftmals bist du aber auch nur ein Mitarbeiter von vielen und es gibt kein familiäres Betriebsklima.

Nachfolgend stellen wir dir verschiedene Arbeitsumfelder, Arbeitszeitmodelle und Arbeitsbedingungen vor, die vielleicht schon zu den Gedanken, die du dir gemacht hast, passen.

Die verschiedenen Arbeitsumfelder

Hier findest du fünf häufige Arbeitsumfelder, die dir in deinem zukünftigen Job begegnen können.

  • Werkstatt, Fertigungshalle oder Handwerksbetrieb:
    Hier ist man eher körperlich aktiv – man »tut« etwas und packt mit an. Die Arbeit ist sehr vielseitig, da geschraubt, produziert, repariert aber auch gesteuert und überwacht wird. Du kannst später auch zum Beispiel an der Planung beteiligt sein. Was du beachten solltest ist, dass Lärm, Lichtverhältnisse und Schmutz anstrengend sein können und in den Betrieben auf Arbeitsschutz geachtet werden muss. (JOBDIDOP-Tipp: wie wäre es vorher mit einem Praktikum, um zu sehen, ob diese Art körperliche Arbeit etwas für dich ist?)
  • Büro:
    Fast jeder Betrieb hat ein Büro, hier ist die Arbeit sehr vielseitig, auch wenn du überwiegend an einem Schreibtisch sitzt. Anstatt dich körperlich – wie in der Werkstatt – zu betätigen, strengst du dich hier eher mental an. Es gibt viele verschiedene Arten von Büros, kleine Büros mit weniger Kollegen oder auch Großraumbüros mit vielen Schreibtischen und Mitarbeitern in einem Raum – das wirkt sich natürlich auch auf den Lärmpegel und die Konzentrationsfähigkeit aus.
    In einem Büro sitzt man viel, das kann zu einem Bewegungsmangel führen. Du solltest also einen Ausgleich schaffen und zum Beispiel Sport machen, damit es nicht zu Rückenbeschwerden kommt. Für einige Menschen ist dieser Mangel an Bewegung nichts, weshalb diese sich eher einen der anderen Bereiche anschauen sollten.
  •  Geschäft oder Laden:
    Hier steht der Kundenkontakt im Fokus. Egal, ob kleiner Laden oder großes Geschäft, du musst dich mit den Kunden auseinandersetzen und immer freundlich bleiben. Wenn du höflich, aufgeschlossen und stets freundlich bist, wird die Arbeit angenehmer. Dennoch musst du dich auch manchmal mit unfreundlichen, ungeduldigen und aufgebrachten Kunden auseinandersetzen und diesen kompetent und ruhig helfen können. In einem Geschäft packst du auch mal mit an und bist überwiegend auf den Beinen, die Arbeit kann also auch anstrengend werden.
  • Gastronomie (Hotel, Restaurants, Bars):
    Die Gastronomie ist sehr vielseitig. Möchtest du in einem großen Hotel arbeiten oder doch lieber in einem kleinen Bistro? Eins haben aber alle Gastronomiegewerbe gemeinsam: Der Gast steht im Mittelpunkt. Als Mitarbeiter schätzt du den Menschenkontakt und bist stets serviceorientiert. Zudem ist Pünktlichkeit und auch Freundlichkeit von Vorteil.
  • Lieferwagen, LKW oder Auto:
    Als Kraftwagenfahrer hast du ein weites Spektrum an verschiedenen Autos, die du in deinem Arbeitsalltag fahren kannst. Die Fahrten können außerdem unterschiedlich aussehen – mal bist du nur ein Tag unterwegs, mal mehrere Wochen. Auch die Ziele sind ganz unterschiedlich. Du hast die Möglichkeiten verschiedene Ecken auf dieser Welt kennenzulernen und du hast viele Freiheiten während deiner Reise. Du verzichtest allerdings auch auf einen regelmäßigen Austausch mit Kollegen.

Arbeitszeiten

Nachfolgend findest du verschiedene Arbeitszeitmodelle:

  • Feste Zeiten:
    Du kommst und gehst zu einer festen Zeit. Das macht deinen Arbeitstag sehr berechenbar. Du bist allerdings nicht sehr flexibel und kannst nicht einfach mal eher gehen.
  • Flexible Zeiten:
    Hier hast du einen gewissen Spielraum, was deine Arbeitszeit angeht. Du kannst dir einen Startzeitpunkt wählen (normalerweise zwischen 7 und 9 Uhr) und dann deine vereinbarten Stunden arbeiten. So kann dein Arbeitstag zum Beispiel in einer Woche um 7 Uhr anfangen und um 16 Uhr enden und in der nächsten Woche um 9 Uhr beginnen und um 18 Uhr enden. Oft arbeitest du dann mit einer Zeiterfassungssoftware, manchmal ist auch Vertrauensarbeitszeit möglich.
  • Nachtarbeit:
    In Deutschland gilt eine Arbeitszeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr als Nachtarbeit. Oftmals gibt es staatliche Zuschläge (manchmal sogar steuerfrei), da die ständige Nachtarbeit eine Belastung für den Körper sein kann. Laut Jugendschutz darf man erst mit 18 Jahren nachts arbeiten.
  • Schichtdienst:
    Hier wechseln sich Früh-, Spät- und Nachtschicht ab. Meist hast du einen festen Turnus, in dem sich die verschiedenen Schichten abwechseln. Dies kann aber – genau wie die Nachtarbeit – auch eine Belastung für den Körper sein, da sich deine Schlafenszeiten immer wieder ändern. Von Vorteil ist natürlich, dass du so mal früh Feierabend hast und am Tag etwas unternehmen kannst, bevor es zur Arbeit geht. Typische Arbeitszeiten sind für den Frühdienst von 6 Uhr bis 14 Uhr, für den Spätdienst von 14 Uhr bis 22 Uhr und für die Nachtschicht von 22 Uhr bis 6 Uhr.
  • Sonn- und Feiertagsarbeit:
    Auch hier gibt es in Deutschland Gesetze. Bis auf einige Ausnahmen, wird hier am Sonntag nicht gearbeitet. Daher gibt es auch bei Sonntagsarbeit einen Zuschlag (manchmal sogar steuerfrei) oder einen Ausgleichstag.

Dienstreisen

Oftmals ist auch wichtig, auf wie viele Dienstreisen du dich einlassen möchtest oder einlassen musst. Hier zeigen wir dir, welche verschiedenen Modelle es gibt.

  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen:
    Gelegentliche Dienstreisen können in praktisch jedem Beruf anfallen. Ein gängiges Beispiel sind Schulungen oder Weiterbildungen an verschiedenen Orten. Abgesehen davon kehrst du normalerweise abends nach Hause zurück. Wenn Reisen nur selten vorkommen, beeinträchtigen sie deine Freizeit nicht und du kannst deinen Hobbys und anderen Aktivitäten nachgehen.
  • Gelegentliche Dienstreisen:
    In bestimmten Berufen sind regelmäßige Dienstreisen alle paar Tage oder Wochen üblich. Die Dauer der Reisen kann variieren, von nur wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Wenn du gelegentlich Abwechslung suchst, ohne ständig unterwegs sein zu müssen, könnte ein Beruf mit gelegentlichen Dienstreisen genau das Richtige für dich sein.
  •  Mehrtägige Dienstreisen:
    »Mehrtägige Dienstreisen« bedeutet, dass du manchmal mehrere Nächte hintereinander in einem Hotel verbringst. Wenn du gerne unterwegs bist und kein Problem damit hast, auch mal mehrere Tage nicht zu Hause zu sein, dann sind mehrtägige Dienstreisen etwas für dich. Verbringst du deine Zeit lieber Zuhause oder bei deiner Familie, dann solltest du es dir vielleicht nochmal überlegen.
  •  Mehrwöchige Dienstreisen:
    Wenn dein Job mehrwöchige Dienstreisen verlangt, bist du für längere Zeit von Zuhause weg. Die Ziele dieser Reisen sind oftmals auch in anderen Ländern odereben weiter weg. Wenn du gerne reist, neue Kulturen und Länder kennenlernst und zu Hause nicht gebunden bist, dann ist diese Art von Dienstreisen definitiv etwas für dich. Hast du aber eine Familie oder bist stark verwurzelt in einem Verein oder machst einen Kurs, solltest du dir überlegen, ob du diese Einschränkung, oft im Alltag weg zu sein, in Kauf nimmst.

Service-Themen