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Das Foto zeigt eine Person, die auf ihre Füße schaut und einem Pa´latz steht, auf dem viele Pfeile in diverse Richtungen zeigen

Ausbildungswege

Welche Ausbildungswege gibt es eigentlich?

Du würdest gerne eine Ausbildung starten, weißt aber nicht, welche Möglichkeiten es gibt? Eine Berufsausbildung kannst du auf verschiedene Arten absolvieren. Je nachdem welchen schulischen Abschluss du hast und wie deine Berufsvorstellung und Ausbildungsziel aussieht, hast du verschiedene Optionen. Diese erklären wir dir in nachfolgendem Artikel.

Schulische Ausbildung

… (BFS). Wichtig ist, dass du dich vorher an der BFS informierst, ob du einen staatlich anerkannten Abschluss bekommst. Du kannst zum einen, die berufliche Grundausbildung absolvieren, es ist aber auch möglich, schulische Abschlüsse wie den mittleren Bildungsabschluss oder die Fachhochschulreife abzulegen.

Die Ausbildung an staatlichen Berufsfachschulen ist kostenlos, aber Ausgaben für Lehr- und Lernmittel sind möglich. Bei privaten Schulen fällt eine Studiengebühr an. BAföG-Förderungen sind möglich.

Dauer: 1 bis 3,5 Jahre

Vergütung: In der Regel gibt es keine Ausbildungsvergütung.

Ausbildungsorte: Berufsfachschule, Berufskollege oder Fachakademie

Verteilung von Theorie- und Praxisphasen: Vollzeitunterricht in der BFS mit mehreren Praktika in Betrieben.

Zugangsvoraussetzungen: Je nach Bundesland und Beruf sind Zugangsvoraussetzungen unterschiedlich. Die Schulen können eigene Vorgaben haben, in der Regel ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss erforderlich, selten reicht auch ein Hauptschulabschluss. An manchen Schulen ist ein Vorpraktikum Pflicht – das solltest du früh genug in Erfahrung bringen.

Bewerbung: Es wird sich direkt an der BFS beworben.

Typische Branchen

  • Gesundheitswesen
  • Kaufmännischer- und
  • Fremdsprachenbereich
  • Informationstechnologie
  • Technische Berufe
  • sozialpflegerische Berufe
  • Medien

Weiterbildungsmöglichkeiten: zahlreiche verschiedene Weiterbildungsqualifikationen sind möglich

Duale Ausbildung

… in einen praktischen und einen theoretischen Teil aufgeteilt. Die Praxis wird dir in einem Betrieb beigebracht und die Theorie in einer Berufsschule. Je nach Größe des Unternehmens durchläufst du im praktischen Teil die verschiedenen Abteilungen und wirst in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche eingearbeitet. In der Berufsschule werden sowohl für deine Ausbildung relevante Themen als auch die sogenannten allgemeinbildenden Fächer (Deutsch, Sport, Wirtschafts- und Sozialkunde etc.) unterrichtet.

Solltest du dich für eine duale Ausbildung entscheiden, dann musst du dich frühzeitig bewerben, da die Fristen oftmals schon ein Jahr im Voraus enden.

Dauer: 2 bis 3,5 Jahre, je nach Schulabschluss ist eine Verkürzung möglich.

Vergütung: Es gibt eine Ausbildungsvergütung, die durch einen Tarifvertrag festgelegt ist.

Ausbildungsorte: Betrieb und Berufsschule

Verteilung von Theorie- und Praxisphasen: Der größte Teil der Ausbildung ist der Praktische im Betrieb. Die Theorie wird als Blockunterricht oder ein- bis zweimal in der Woche in der Berufsschule vermittelt.

Zugangsvoraussetzungen: Es ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig, in der Regel jedoch mindestens ein Hauptschulabschluss. Von den Ausbildungsbetrieben festgelegt.

Bewerbung: Beim jeweiligen Betrieb (muss duale Studiengänge anbieten). Wenn die Bewerbung erfolgreich ist, bekommst du automatisch einen Platz an der Partner-Hochschule/-Akademie.

Typische Branchen

  • Industrie und Handel
  • Handwerk
  • Landwirtschaft
  • im öffentlichen Dienst
  • bei Ärzten,
  • Apothekern
  • Rechtsanwälten oder
  • Steuerberatern
  • BWL
  • Informatik

Weiterbildungsmöglichkeiten: Unter anderem Techniker/in, Meister/in

Doppelt qualifizierende Ausbildung

… Abiturientenausbildung genannt, da die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife eine Voraussetzung ist. Sie ist ähnlich wie eine duale Ausbildung, du erwirbst dabei aber noch zusätzliche Qualifikationen. Am Ende der Ausbildung hast du einen Ausbildungsabschluss und den Nachweis über diese Qualifikationen in der Hand.


Hier ein Beispiel: du machst die Ausbildung als Kaufmann/-frau im Einzelhandel und erwirbst parallel dazu den Abschluss Fachwirt/in für Vertrieb im Einzelhandel.

Dauer: In der Regel 3 Jahre, 2 bis 4 sind auch möglich.


Vergütung: Ähnlich wie bei einer dualen Ausbildung, also auch durch einen Tarifvertrag geregelt.


Ausbildungsorte: Betrieb und Berufsschule, weitere Bildungsträger sind möglich.


Verteilung von Theorie- und Praxisphasen: Die Aufteilung zwischen Theorie und Praxis verhält sich wie bei dem dualen Studium. Für den zusätzlichen Abschluss gibt es außerdem Unterricht bei einem Bildungsträger (firmeneigene Schulen oder Bildungseinrichtungen der Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern).


Zugangsvoraussetzungen: Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife, Fachgebundene Hochschulreife


Bewerbung: Beim Betrieb selbst

Typische Branchen:

  • Kaufmännische Ausbildungen
  • handwerklich-technischer Bereich.
  • Im Bereich Journalismus
  • Als Fluglotse

Weiterbildungsmöglichkeiten: Unter anderem kannst du nach dieser Ausbildung studieren.

 

Ausbildung an der Berufsakademie

… und ausschließlich für Abiturienten geeignet. Der schulische Teil der Ausbildung an einer Berufsakademie ähnelt dem Studium an einer Hochschule. Während dieser Zeit wirst du von Dozenten unterrichtet und erhältst am Ende einen Abschluss, der zwar Bachelor oder Diplom genannt wird, allerdings nicht mit dem staatlich anerkannten akademischen Abschluss gleichzusetzen ist. Er erlaubt dir letztendlich an einer Hochschule zu studieren.

Dauer: In der Regel 3 Jahre

Vergütung: festes monatliches Gehalt

Ausbildungsorte: Berufsakademie

Verteilung von Theorie- und Praxisphasen: Ist ebenso wie die duale Ausbildung in Theorie und Praxis aufgeteilt, sodass du abwechselnd in Blöcken an der Berufsakademie unterrichtet wirst und im Unternehmen arbeitest.

Zugangsvoraussetzungen: Abitur

Bewerbung: Bei der Berufsakademie selbst

Typische Branchen:

  • Energiewirtschaft
  • Marketing
  • Maschinenbau
  • Sozialpädagogik

Weiterbildungsmöglichkeiten: Unter anderem kannst du nach dieser Ausbildung an einer Hochschule studieren.

Beamtenausbildung im mittleren Dienstag

… Abhängig von deinem Schulabschluss, kannst du eine Beamtenlaufbahn im einfachen, mittleren, gehobenen und höheren Dienst eingeschlagen. Es wird zwischen einem technischen Dienst (technisch ausgerichtete Aufgaben) und einem nichttechnischen Dienst (Sacharbeit und Verwaltung) unterschieden.

Die Ausbildung gleicht einer betrieblichen Ausbildung. Neben praktischen Einsätzen in der jeweiligen Behörde besuchst du außerdem sogenannte Verwaltungsschulen.

Dauer: 2 bis 2,5 Jahre

Vergütung: Du erhältst Anwärterbezüge (bei Bundesbehörden: 1.500 Euro brutto, bei Landesbehörden je nach Bundesland 1.200 bis 1.450 Euro brutto).

Ausbildungsorte: Behörden und Fachschulen der öffentlichen Verwaltung

Verteilung von Theorie- und Praxisphasen: Der Großteil der Ausbildung erfolgt als Praxis in der Behörde. Mindestens sechs Monate verbringst du an einer Verwaltungsfachschule.

Zugangsvoraussetzungen: Mindestens einen mittleren Bildungsabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit anschließendem Abschluss einer entsprechenden Berufsausbildung.

Bewerbung: Bei der Behörde

Typische Branchen:

  • Bund, Länder und Kommunalverwaltungen 
  • Beamte im mittleren nichttechnischen Dienst haben sachbearbeitende und verwaltende Aufgaben: im Justizdienst, in der Sozialverwaltung oder beim Zolldienst
  • Beamte im mittleren technischen Dienst erledigen technisch ausgerichtete Aufgaben: Messungs-, Aufsichts- oder Kontrolltätigkeiten sowie deren Dokumentation, etwa im feuerwehrtechnischen Dienst, bei der Gewerbeaufsicht oder im Vermessungswesen.

Weiterbildungsmöglichkeiten: Du kannst eine Beamtenlaufbahn einschlagen.

Einjährige Ausbildung

… es gibt aber Berufe, die auch schneller erlernt werden können. Einige Berufe überschneiden sich und werden sowohl in der einjährigen Variante als auch der dualen Ausbildung angeboten.

Falls du möglichst schnell dein eigenes Geld verdienen möchtest, ist eine einjährige Ausbildung genau das richtige für dich.

Dauer: 1 Jahr
Vergütung: In der Regel keine, du kannst aber BAföG beantragen

Ausbildungsorte: Unterschiedlich

Verteilung von Theorie- und Praxisphasen: Meistens lediglich schulisch oder praktisch

Zugangsvoraussetzungen: Mindestens einen Hauptschulabschluss

Bewerbung: Im Unternehmen

Typische Berufe:

  • Altenpflegehelfer
  • Berufsflugzeugführer
  • Fachunteroffizier
  • Gesundheits- und Krankenpflegehelfer
  • Heilerziehungspflegehelfer
  • Kosmetiker

Ausbildung für Menschen mit Behinderung

… Dennoch solltest du dich gut vorbereiten – es gibt Beratung, Informationen und Unterstützung von vielen verschiedenen Stellen.

Unter der Nummer: 0800 4 555500 kannst du dich gebührenfrei beraten lassen.

Es sehr wichtig, vor der Ausbildung ein Praktikum zu machen. Viele Ausbildungsbetriebe kennen sich mit Jugendlichen mit Behinderung nicht aus. Sie wissen nicht, was es bedeutet, wenn du zum Beispiel blind bist oder im Rollstuhl sitzt.

Bei einem Vorpraktikum kann der Ausbildungsbetrieb dich kennenlernen und sieht, welche Fähigkeiten du hast. Danach kann sich der Ausbildungsbetrieb viel besser vorstellen, einen Jugendlichen mit Behinderung auszubilden und wie diese Ausbildung abläuft. Diese Praktika werden auch Einstiegsqualifizierung genannt.

Dauer: 6 bis 12 Monate

Vergütung: Für dieses Praktikum bekommen die Jugendlichen eine Bezahlung vom Betrieb. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter bezahlt einen Teil davon.

Zugangsvoraussetzungen: Du darfst höchstens 25 Jahre alt sein
Ein Praktikum mit der Einstiegsqualifizierung können junge Menschen unter 25 Jahren machen.

Ist eine »normale« Ausbildung aber durch die Art oder die Schwere der Behinderung schwierig oder nicht möglich, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der theoretische Anteil kann verringert werden, zum Beispiel bei einer Fachpraktikerausbildung.
  • Man kann einen Nachteilsausgleich bekommen (mehr Zeit für die Prüfung oder eine längere Ausbildungszeit) – dafür braucht man auch keinen Schwerbehindertenausweis, manchmal wird aber nach einem Nachweis vom Arzt gefragt. Man muss sich aber früh genug bei der richtigen Kammer melden.
  • Man kann eine assistierte Ausbildung beantragen. Das heißt, dass du vor der Ausbildung schon Hilf bei der Bewerbung und persönliche Beratung bekommst. Auch wenn die Ausbildung anfängt, wirst du weiter beraten oder kannst Nachhilfe bekommen.
  • Eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk ist möglich. Ein Berufsbildungswerk ist eine Schule für Menschen mit Behinderung, in der sie einen Beruf lernen können.
  • Die Ausbildung kann von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden.

Es gibt auch eine Reihe an Fragen, die sich Menschen mit Behinderung vor der Ausbildung stellen und die mithilfe einer Beratungsstelle geklärt werden können, wie zum Beispiel:

  • Soll ich in der Bewerbung erwähnen, dass ich eine Behinderung habe?
  • Gibt es besondere Ausbildungen für Jugendliche mit Behinderung oder kann ich auch die normalen Ausbildungen anfangen?
  • Ich brauche Hilfsmittel, zum Beispiel ein Bildschirm-Lesegerät.
  • Wer bezahlt Hilfsmittel für die Ausbildung?
  • Hat der Betrieb eine Behindertentoilette?
  • Gibt es Hilfe und Unterstützung für Auszubildende mit Behinderung und wo bekomme ich diese?

Für Menschen mit Behinderung gibt es verschiedene Stellen, wo es Hilfe und Beratung gibt:

  • Bundesagentur für Arbeit
  • Integrationsfachdienste (IFD)
  • Beratung der Kammern, zum Beispiel Industrie- und Handelskammer, Kammer der freien Berufe, Handwerkskammer oder Landwirtschaftskammer.
  • Beratung durch Ausbildungsbegleitung
  • Selbsthilfe-Vereine und Verbände für Menschen mit Behinderung

Welche Möglichkeiten der beruflichen Vorbereitung gibt es?

  • BVJ: Das Berufsvorbereitungsjahr gibt Einblicke in verschiedene Berufe und enthält ein Praktikum. Der Hauptschulabschluss kann nachgeholt werden.
    Kosten: kostenlos
    Voraussetzungen: schulpflichtige Jugendliche unter 18 Jahren

  • BGJ: Beim Berufsgrundbildungsjahr wird eine Grundqualifikation eines bestimmten Berufsfeldes erworben. Der Hauptschulabschluss kann auch hier nachgeholt werden.
    Kosten: kostenlos
    Voraussetzungen: unter 18-Jährige nach der 10. Klasse

  • Berufsvorbereitende Maßnahmen: Wird von der Bundesagentur für Arbeit organisiert und ist ähnlich wie das BGJ. Auch hier werden Grundqualifikationen eines bestimmten Berufsfeldes erworben und der Hauptschulabschluss kann nachgeholt werden.
    Kosten: kostenlos
    Voraussetzungen: Ausbildungssuchende zwischen 18 und 25 Jahren

Teilzeit und Ausbildung, geht das?

… Man kann dies aber ohne berechtigten Grund nicht absolvieren. Dies ist eine Ausbildungsform, die insbesondere an diejenigen, die Kinder oder pflegebedürftige Familienmitglieder betreuen müssen oder selbst gesundheitlich eingeschränkt sind, gerichtet ist.

Solltest du zu dieser Personengruppe gehören, kannst du die wöchentliche Arbeitszeit – sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb – auf 20 bis 35 Stunden reduzieren. Dadurch verlängert sich die Ausbildungsdauer normalerweise nicht.

Gibt es nicht anerkannte Ausbildungsberufe?

… All diese Berufe haben sogenannte Ausbildungsordnungen. In diesen steht, welche Anforderungen Betriebe und Ausbilder erfüllen müssen, aber auch, welche Rechte und Pflichten du als Auszubildender hast.

Es gibt neben den anerkannten Ausbildungsberufen diverse Berufe, die nicht anerkannt sind. Diese ändern sich stetig und auch die Gründe sind sehr unterschiedlich.

Der wichtigste Unterschied zwischen anerkannten und nicht anerkannten Berufen ist, dass Minderjährige in den nicht anerkannten Berufen nicht ausgebildet werden dürfen.

Wenn du über 18 Jahre alt bist, kannst du auch deine Ausbildung in dem nicht anerkannten Beruf machen.

Einige Gründe, dass Berufe nicht staatlich anerkannt sind:

  • Neues Berufsfeld
  • Zu altes Berufsfeld: Manche Berufe kommen nur noch selten vor oder sind kurz vor dem Aussterben, sodass es für sie keine anerkannte Ausbildungsordnung mehr gibt. Dennoch möchten einige Betriebe Nachwuchskräfte ausbilden.
  • Zu spezielles Berufsfeld: Hier bilden die Betriebe gezielt Menschen aus, die danach in ihrem Betrieb weiterarbeiten können. In anderen Betriebsfeldern wird ihnen die Ausbildung aber nicht weiterhelfen, da sie nur auf diesen einen Betrieb zugeschnitten ist.

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