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Elternzeit

Gut vorbereitet für die Elternzeit

Was dir zusteht und woran du denken musst

Der Nachwuchs ist auf dem Weg, nun muss so einiges geregelt werden. Neben Wickeltisch und Hebamme solltest du auch an die Elternzeit denken. Die steht dir, egal welcher Elternteil du bist, zu. Was die Elternzeit beinhaltet und was du beachten musst, liest du hier.

Was ist eigentlich Elternzeit?

Im Grunde ist die Elternzeit eine unbezahlte Auszeit vom Berufsleben, damit du dich ganz in Ruhe auf dein Kind konzentrieren und es betreuen kannst. Du kannst aber auch einfach deine Stunden reduzieren. Egal, ob du Voll- oder Teilzeitbeschäftigter bist, geringfügig verdienst, in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehst oder noch mitten in der Ausbildung steckst, du hast Anspruch auf Elternzeit. Ausgenommen davon sind Selbstständige und Gewerbetreibende, denn die haben keinen Vorgesetzten, der ihnen Elternzeit gewähren könnte.

Beide Elternteile haben einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit von bis zu drei Jahren pro Kind. Das bedeutet auch, dass wenn du beispielsweise Zwillinge bekommst, dein Anspruch bei sechs Jahren liegt. Den Anspruch auf die drei Jahre pro Kind hast du bis zum dritten Geburtstag deines Kindes, zwischen dem dritten und achten Geburtstag steht dir ein Teil davon zu. In dieser Zeit bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen und du bist besonders vor Kündigungen geschützt. Im Übrigen kannst du Elternzeit auch dann nehmen, wenn du ein Kind adoptierst. Elternzeit nehmen darfst du:

  • für dein leibliches Kind
  • für das leibliche Kind deines Ehepartners
  • für dein Pflegekind in Vollzeitpflege
  • für dein Adoptivkind, auch wenn das Verfahren noch läuft
  • für dein Enkelkind, wenn ein Elternteil minderjährig oder in der Ausbildung ist und nur, wenn kein Elternteil Elternzeit nimmt
  •  in besonderen Fällen (Tod, Behinderung) auch für Geschwister, Nichten und Neffen, Enkel- oder Urenkelkinder

Wie Elternzeit beantragen?

Eine Zustimmung deines Arbeitgebers brauchst du im Übrigen nicht für die Elternzeit, du musst ihn aber natürlich frühzeitig informieren, und zwar sieben Wochen vorher. Um die Elternzeit anzumelden, musst du deinem Arbeitgeber schriftlich mit Unterschrift und Zeitraum informieren. Wichtig: Für Mütter beginnt die Elternzeit natürlich erst nach dem Mutterschutz, da dieser meist acht Wochen nach der Geburt andauert, reicht ein Anmelden des Elternzeit also auch nach der Geburt noch aus.

Jobdidop-Tipp: Lass dir die Elternzeit unbedingt schriftlich von deinem Arbeitgeber bestätigen, sobald du ihn informiert hast.

Welche finanzielle Hilfe gibt es?

Während der Elternzeit erhältst du keinen Lohn von deinem Arbeitgeber, aber du kannst Elterngeld bei den staatlichen Elterngeldstellen beantragen. Das können im Übrigen auch Selbstständige, basierend auf einer Arbeitszeitreduzierung auf maximal 30 Wochenstunden. Nur, wenn du einen Nachweis darüber hast, dass du Elternzeit nimmst, kannst du Elterngeld beantragen. Im Falle, dass du selbstständig bist, musst du gegenüber der Elterngeldstelle versichern, dass du nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeitest.

Das Elterngeld ist ein komplexes Thema. Die Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise die Höhe deines Einkommens vor der Elternzeit. Beim Basiselterngeld bekommst du normalerweise 65 Prozent deines vorherigen Netto-Einkommens. Du findest zahlreiche Seiten im Internet, auf denen du dein Elterngeld berechnen kannst. In diesem Artikel werden wir das Thema Elterngeld nicht weiter vertiefen.

Was du noch wissen solltest:

Du kannst während der Elternzeit auch weiter in Teilzeit arbeiten, insgesamt darfst du aber 32-Wochenstunden nicht überschreiten. Nur in besonderen Fällen kann dein Arbeitgeber eine Teilzeitbeschäftigung ablehnen und muss das innerhalb von vier Wochen nach deinem Antrag begründen. Übrigens: Wenn dein Arbeitgeber damit einverstanden ist, darfst du während deiner Elternzeit sogar in einem anderen Betrieb oder selbstständig Teilzeit arbeiten. Nach deiner Elternzeit musst du zunächst wieder die Stundenzahl arbeiten, die du vor der Elternzeit bei deinem Arbeitgeber geleistet hast.

Für jeden Monat den du in Elternzeit bist, darf dein Arbeitgeber dir deinen Jahresurlaub um ein Zwölftel kürzen. Resturlaub, den du noch vor der Elternzeit hattest, verfällt allerdings nicht. Den kannst du auch im Anschluss noch nehmen.

Wenn du während der Elternzeit krank werden solltest, hat das keine Auswirkungen auf den zeitlichen Rahmen deiner Elternzeit und es gibt auch keine Lohnfortzahlung wie es üblicherweise für sechs Wochen der Fall ist, wenn du im normalen Arbeitsverhältnis krank bist.

Eine Verlängerung oder Verkürzung deiner Elternzeit muss im Regelfall dein Arbeitgeber genehmigen. Bei der Verkürzung gibt es aber einige Sonderfälle:

  • Wenn du während der Elternzeit noch einmal schwanger wirst, darfst du die Elternzeit vorzeitig beenden und in Mutterschutz gehen. Dafür brauchst du keine Genehmigung, aber du musst ihn natürlich darüber informieren.
  • Auch als werdender Vater kannst du die Elternzeit, wenn ein weiteres Kind auf dem Weg ist, vorzeitig beenden. Du musst aber einen entsprechenden Antrag bei deinem Arbeitgeber stellen, den er innerhalb von vier Wochen ablehnen kann.
  • Bei schwerer Krankheit, Behinderung oder dem Tod eines Elternteils oder eines Kindes handelt es sich um einen Härtefall, bei dem du auch einen Antrag bei deinem Vorgesetzten stellen kannst, den dieser wiederum innerhalb von vier Woche und nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen kann.
  • Sollte dein Kind versterben, endet die Elternzeit spätestens drei Wochen nach dem Todestag. Verstirbt dein Kind vor der Elternzeit, kannst du sie nicht nehmen.

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