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Probearbeiten

Probearbeiten

Schnupper-Tag im Unternehmen – So sollte das Probearbeiten aussehen

Wenn du beim Bewerbungsgespräch vom Unternehmen und der Stelle überzeugt wurdest, lohnt es sich trotzdem, einen Probearbeitstag zu vereinbaren. In manchen Fällen wird auch das Unternehmen diese Bitte äußern, um sich beispielsweise zwischen zwei Bewerbern zu entscheiden. Worauf du beim Probearbeiten unbedingt achten solltest, liest du hier.

Vorteile der Probearbeit

Bei einem Probearbeitstag (oder auch mehreren) hast du die Chance, echte Einblicke zu erhalten. Du erlebst das Arbeitsklima, bekommst mit, wie die Kollegen untereinander kommunizieren oder wie Vorgesetzte und Mitarbeiter zueinanderstehen. Natürlich geben dir einzelne Tage nur einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag, aber immerhin kannst du dir ein erstes, authentischeres Bild machen. Andersherum ist es natürlich auch für deinen potenziellen neuen Vorgesetzten die Möglichkeit, dich besser kennenzulernen und festzustellen, ob du dich gut in das bestehende Team integrieren könntest. Manche Unternehmen wünschen sich auch mehrere Probetage am Stück, auf alles, was über fünf hinausgeht, solltest du dich jedoch nicht einlassen – das lässt nämlich Ausbeutung vermuten.

Hineinschnuppern ja, mitarbeiten nein

Wichtig ist, dass es sich bei einer Probearbeit nicht um ein Arbeits-, sondern um ein Einfühlungsverhältnis handelt. Du als Bewerber darfst den Arbeitsalltag kennenlernen, aber nicht aktiv mit anpacken, also nicht als kostenfreie Arbeitskraft eingesetzt werden. Es wird entsprechend auch kein Arbeitsvertrag vorab geschlossen. Ob und wann du einen Probearbeitstag machst, darfst du als Bewerber selbst bestimmen, du musst dich an keinen Dienstplan halten. Am besten sprichst du dich vorab genau mit dem Unternehmen ab, wann ein Probetag am sinnvollsten ist.

Natürlich kannst du dich an Teilen der üblichen Arbeitsaufgaben versuchen, aber das steht dir frei. Im Grunde solltest du dich an kleineren Aufgaben probieren dürfen, dabei aber Unterstützung von den Mitarbeitern erhalten. Du musst natürlich auch keine Deadlines einhalten oder überhaupt ein Projekt zu Ende bringen.

Geld verdienen mit Probearbeit?

Lohn erhältst du für deine Probearbeit nicht, manche Arbeitgeber zahlen aber eine freiwillige Aufwandsentschädigung – beispielsweise für Fahrtkosten oder Kosten für Verpflegung. Solltest du allerdings mehr als nur „hineinschnuppern“ während deiner Probearbeit, kannst du vor Gericht Gehalt erstreiten. Das Gericht kann in solchen Fällen das Arbeitsverhältnis als stillschweigenden Abschluss eines Arbeitsvertrages werten. Das hätte weitreichende Folgen für das Unternehmen.

Das darf dein Arbeitgeber bei der Probearbeit nicht:

  • Dir exakte Arbeitszeiten vorschreiben
  • Dir immer wieder konkrete Tätigkeiten auferlegen (so wie allen anderen Arbeitnehmern)
  • Dich Gewinn für das Unternehmen erwirtschaften lassen
  • Dich an bestimmte Arbeitsorte zitieren
  • Dich Dienstkleidung tragen lassen
  • Eine Vergütung vereinbaren

Behalte einfach stets im Hinterkopf, dass du noch nicht angestellt bist und somit auch keine Leistungen für das Unternehmen erbringen musst. Im Grunde nutzt du und auch das Unternehmen die Probearbeit, um einander zu beschnuppern. Passt es tatsächlich oder vielleicht doch nicht? Darüber hinaus sollte das Ganze nicht gehen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du mit dem Unternehmen vorab eine Vereinbarung festhalten, in der steht, dass du nicht zu Arbeitsleistungen verpflichtet bist und dass beide Seiten jederzeit das Probearbeiten mündlich beenden können.

JOBDIDOP-Tipp

Abgesehen davon solltest du das Probearbeiten auch als Chance verstehen, dich selbst noch einmal gut zu präsentieren. Achte also auf einen freundlichen und respektvollen Umgang mit anderen, sei pünktlich und aufmerksam und lege Wert auf dein Erscheinungsbild. Du solltest auch dein Smartphone in der Tasche lassen und wirklich präsent sein. Du willst auch beim Probearbeiten einen positiven Eindruck hinterlassen.

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