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Das Foto zeigt eine Person, die an einem Computer arbeitet und ein großes Zifferblatt, das leicht transparent über das gesamte Bild gelegt ist

Work-Life-Balance

Was ist das eigentlich?

Der Begriff »Work-Life-Balance« stammt aus dem Englischen und bildet sich aus den Worten Arbeit (work), Leben (life) und Gleichgewicht (balance).

Unter dieser Balance – dem Gleichgewicht – im Arbeits- und persönlichen Leben versteht man das Zusammenspiel verschiedener Bereiche. Joballtag, private Aufgaben und soziale Aktivitäten, Familie und Erholungsphasen sollen in Einklang gebracht werden.

Für eine ausgewogene Work-Life-Balance und echtes Wohlbefinden sollte man selbst und das eigene Privatleben nicht zu kurz kommen, aber man darf dafür keine Abstriche im Beruf oder in den Erholungsphasen machen. Man sollte aber das persönliche Engagement auch nicht auf nur einen Bereich einschränken, denn das heißt auch, dass man Lebensqualität verliert.

Wenn das Gleichgewicht gestört wird, dann schluckt einer der Bereiche zu viel Energie und entweder die Arbeit oder das Privatleben muss leiden. Das kann im schlimmsten Fall zu Überforderung, einem Burn-out, privaten Problemen oder Unzufriedenheit im Job führen.

Die 4 Säulen

Hinter dem Work-Life-Balance-Modell steckt ein einfacher Grundgedanke: In dem Leben eines Menschen gibt es vier prägende Bereiche. Diese haben Einfluss auf Glück, Zufriedenheit, Stress und das generelle Wohlbefinden.

Konkret handelt es sich dabei um die folgenden Bereiche, deren Gewichtung von Mensch zu Mensch verschieden sein kann:

  • Gesundheit und Fitness: Dieser Punkt beinhaltet nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit. Ernährung, Erholung von Stress und alles, was zur körperlichen und geistigen Fitness gehört, machen diesen Bereich aus.

  • Soziale Kontakte und Familie: Das soziale Umfeld kann ein guter Ausgleich sein und Unterstützung, sowie Rückhalt bieten. Familie, Freunde, Partner, Kollegen oder Bekannte sind also extrem wichtig für den Menschen. Hat man toxische Beziehungen oder sie fehlen gänzlich, kann es zu vermehrtem Stress führen.

  • Arbeit und Leistung: Es wird von vielen Menschen sehr viel Energie und Zeit in den Beruf gesteckt. Es kann sehr erfüllend sein, zu sehen, wie erfolgreich man im Berufsleben ist, aber Potenzial für Probleme ist dennoch vorhanden.

  • Sinn und Werte: Jeder braucht etwas, auf das er hinarbeiten kann. Das Streben nach dem Sinn des Lebens oder die Selbstentwicklung sind sehr wichtig, da sonst ein Gefühl von Orientierungslosigkeit aufkommen kann. Hierzu zählt aber auch, was die Sinne generell anspricht – auch Kunst oder Liebe.

Work-Life-Balance und Home-Office

… Die Grenzen verschwimmen, wenn das Zuhause zum Arbeitsplatz wird. Hier ein paar Tipps, um die Grenzen zu wahren:

  • Einen Bereich festlegen, in dem gearbeitet wird – er sollte nicht zu bequem sein.
  • Im Arbeitsmodus bleiben: nicht nebenbei am Handy sein oder fernsehen.
  • Geregelte Arbeitszeiten und Pausen festlegen, auch den Feierabend klar festsetzen: Nach Feierabend noch Mails abrufen oder telefonieren schadet dem Privatleben.
  • Firmenhandy/-Laptop anlegen: So kann man am Ende des Arbeitstages alles bewusst abschalten.
  • Die Morgenroutine versuchen so beizubehalten, wie sie vor einem Arbeitstag im richtigen Büro aussehen würde.
  • Es klappt nicht auf Anhieb, die Arbeitszeit von der Zeit für sich selbst zu trennen, geduldig sein.

Es muss jedoch nicht jeder Bereich zu komplett gleichen Anteilen gewichtet werden.
Auch, wenn in dem Wort »Balance« das Gleichgewicht mitschwingt, müssen die Bereiche nicht unbedingt gleich priorisiert sein – jeder Mensch ist verschieden.

Der eine schöpft mehr Kraft aus sozialen Kontakten, der andere braucht längere Erholungsphasen. Einige Personen blühen auch auf der Arbeit mehr auf. So kann jeder selbst schauen, wie die vier Säulen am effektivsten genutzt werden können. Es sollte aber nicht auf einen Bereich verzichtet werden und keiner sollte zu viel vom Leben einnehmen.

JOBDIDOP-Tipps

Wie Arbeitgeber die Work-Life-Balance unterstützen können:

  • Flexible Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten anbieten, wie Home-Office, Teilzeit, Gleitzeit oder sogar die 4-Tage-Woche
  • Flexible Pausengestaltung
  • Aufenthaltsraum oder ähnliche Freizeitgestaltungsoptionen im Büro
  • Möglichkeit auf ausgewogene Ernährung durch eine Kantine, kleine Küche, bereitgestellten Snacks oder einem Wasserautomaten
  • Betriebssport oder Vergünstigungen für eine Sportmitgliedschaft
  • Gesundheitsmanagement in der Firma
  • Möglichkeit, die Kinder intern betreuen zu lassen
  • Ständige Erreichbarkeit sollte keine Pflicht sein – im Urlaub oder nach Feierabend sollte man keine Mails und keine Telefonate beantworten müssen

 

Wie man sich selbst entlasten und mehr Zeit für das Leben außerhalb der Arbeit generieren kann:

  • Strukturiert arbeiten, nicht prokrastinieren, Ablenkungen und Zeitkiller beseitigen
  • Feste Arbeitszeiten setzen
  • Auszeiten einplanen
  • Prioritäten setzten und ggf. delegieren
  • Realistische Ziele setzen
  • Unangenehme Aufgaben nicht vor sich herschieben
  • Das Wochenende ist für das Privatleben und nicht für die Arbeit
  • Privatleben und Berufsleben trennen
  • Lernen auch mal »nein« zu sagen und nicht direkt allem zusagen
  • Bewusst überlegen, was man nach der Arbeit braucht und was Freude bereitet – Entspannung, Freunde treffen oder etwas Schönes kochen?
  • Familie und Freunde helfen dabei, zu entschleunigen, Zeit nur für sich selbst ist dennoch wichtig
  • Vorfreude hilft dabei, die Arbeitswoche rumzubekommen. Die Aussicht auf ein Treffen mit Freunden, Urlaub oder eine andere schöne Unternehmung macht unterbewusst klar, dass die anderen Bereiche neben der Arbeit auch noch existieren.
  • Klare Ziele setzten – wohin möchte man streben, was bereitet Erfüllung?

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